Die ersten Siedler auf den Balearen sollen etwa 8000 - 5000 vor Christus auf den Balearen gelebt haben - die ersten hinterlassenen Spuren menschlicher Besiedlung sind allerdings erst auf eine Epoche zwischen 3000 - 1400 vor Christus zu datieren.
Die ersten Balearen Siedler
Kohlenreste in einer Höhle Cova de Canet in der Nähe der Gemeinde Esporles auf Mallorca lassen vermuten, daß es bereits 7200 vor Christus eine Ansiedlung auf Mallorca gegeben gegeben haben könnte. Diese Kohlereste sind allerdings die bisher einzigen Anzeichen dafür. Sicher ist dagegen, das in der Zeit von 3000 bis 1300 vor Christus die Inseln der Balearen von Gruppen von Bauern und Viehzüchtern bewohnt waren. Aus dieser Zeit findet man zahlreiche Megalithgräber. Dann gibt es die Navetes - das sind Steinhäuser in Form von liegenden Schiffen - die auf den Baleareninseln nicht nur als Grabkammern benutzt wurden: In Mallorca wohnten die frühen Malloquiner darin. Die Naveta d'es Tudons im südlichen Menorca ist mit Abstand die berühmteste der Navetes.
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| Alaro, Mallorca |
Die Megalithen - Die Kultur der Talaiot
Um das Jahr 1300 vor Christus wurden die Balearen von taloitischen Völkern besiedelt. Es ist die Zeit der Megalithbauten. Das Wort "Talaiot" stammt vom arabischen "Atalaya" für Turm/Wachturm. Frühe Geschichtsschreibung berichtet jetzt von dem kriegerischen "nackten Volk" auf den Balearen. Erst die Römer sollten diese Kultur auf den Inseln ablösen.
Handelszentrum Ibiza
Etwa 650 von Christus kolonisierten die Karthager Ibiza und Formentera - die Inseln der "Pitiusen". Die Karthager nutzen die hervorragende strategische Lage der Inseln und bauten sie zu einem bedeutenden Handelszentrum im Mittelmeer aus. Auf Ibiza findet man die Nekropole, eine Grabstäste aus etwa fünftausend Gräbern. Nach den Kriegen von Karthago und Rom (Punischen Kriege) wurden die Pitiusen - also Ibiza und Formentera - in das Römischen Reich eingegliedert. Der römische Kaiser Theodosius vereinigte schließlich im 4ten Jahrhundert vor Christus die Inseln der Pitiusen (Ibiza und Formentera) mit den entfernteren Inseln Mallorca und Menorca zu einer neuen Provinz: Balearica - eine römische Provinz - war geboren.
Die Romanisierung
Erneut wurde Mallorca und Menorca von den Soldaten des Quintus Caecilius Metellus im Jahr 123 v. Chr. erobert. Mit dreitausend Siedlern gründeten die Römer unter anderem Palma und Pollentia auf Mallorca. Die Ruinen von Pollentia in der Gemeinde Alcúdia gewähren einen umfassenden Einblick in den römischen Städtebau jener Zeit. Historiker berichten, daß die einfallenden Truppen von einem Steinregen von Steinschleuderern empfangen wurden. Nur wenige hundert Jahre später, im fünften Jahrhundert, wurden die Balearen Opfer der Vandalen. Von den Vandalen eroberten die Byzantiener 534 die Inseln
Die Herrschaft der Araber
Die erste Landung von Arabern reicht ins Jahr 707 zurück. Auf Ibiza begann die Besiedlung circa vier Jahre später. Zwei Jahrhunderte vergingen jedoch, ehe die Balearen 903 völlig der Dynastie der Omajaden angeschlossen wurden. Es folgte ein Zeitraum großer Blüte mit Medina Mayurka, dem heutigen Palma, als bedeutendem Kulturzentrum.
700 Jahre Christentum
1229 eroberten die katalanisch-aragonesischen Truppen unter Jaume I. ("Der Eroberer") Mallorca für die christliche Welt zurück. Ibizza wurde 1235 von Guillem de Montgrí befreit. Menorca jedoch wird Jaume I. steuerpflichtig, bis 1287 Alfonso III. die Insel erobert und sie der Krone von Aragon einverleibt. In dieser Zeit nahm die Christianisierung der Balearen ihren Anfang.
In der Geschiche Spaniens und Englands
Nach der Vereinigung der Kronen von Kastilien und Aragon im 15. Jahrhundert wurde die Geschichte der Balearen vom Verlauf der spanischen Geschichte bestimmt. Es gab viele Aufstände, wie z.B. den Aufstand der Germanies (Handwerker- und Bauernverbände) von 1521 und 1522, als sich ein Teil des Volkes gegen das von Karl V. aufgezwungene Steuersystem erhob. 1715 schaffte Philipp V. die eigenen Institutionen ab und verbot per Dekret die katalanischen Sprache, die in ihren unterschiedlichen Varianten sieben Jahrhunderte lang auf den Balearen gesprochen wurde. Die Geschichte Menorcas ist etwas komplexer. Innerhalb von weniger als ein Jahrhundert, in der Zeit von 1708 bis 1802, wurde die Insel unter anderem mehrfach von England besetzt. Diesem Umstand war es zu verdanken, daß Menorca im Unterschied zur übrigen Inselgruppe seine Sitten, Bräuche und Gesetze bis zum 18. Jh. hindurch bewahren durfte.
Wiederherstellung der Autonomie
Als Ausdruck der historischen Identität wurde 1983 ein "Autonomie-Statut" auf den Balearen eingeführt. Mit diesem Statut wird die katalanische Sprache als offizielle Sprache der Balearen erklärt, wobei Spanisch als offizielle Sprache des Spanischen Staates gilt. Sieben von insgesamt elf Millionen Menschen des katalanischen Sprachraumes sprechen Katalanisch. Dieser Sprachraum erstreckt sich über Spanien, Frankreich, Andorra und Italien. Mit diesem Autonomie-Statut verfügt jede Insel über eigene Institutionen: Inselräte, das Parlament und die Balearische Regierung. Diese Entwicklung ist auf die Wiederherstellung der spanischen Demokratie im Jahre 1977 zurückzuführen, die die Dezentralisierung des Staates zur Folge hatte.


